Da die Beschwerden zum Thema Kurzurlaub mittlerweile überhand nehmen, habe ich mich dazu entschlossen, eine offene eMail im Namen der betroffenen Anwender an Herr Hensen, Leiter Unternehmenskommunikation bei VZnet Netzwerke Ltd. zu verfassen. In Hoffnung auf eine schnelle Klärung zu diesem Thema im Folgenden der original Mailtext.
Die eMail Mi 23.06.2010 17:36
Sehr geehrter Herr Dirk Hensen,
im Namen vieler enttäuschter Benutzer der VZ-Netzwerke wende ich mich heute in dieser offenen eMail vertrauensvoll an Sie. Als Leiter der Unternehmenskommunikation der VZnet Netzwerke Ltd. können Sie doch sicher zu folgendem Thema eine Stellung beziehen:
Seit geraumer Zeit häufen sich die Beschwerden zum Thema Kurzurlaub in den VZ-Netzwerken. Allein in meinem Blog sind seit dem 12.02.2010 neben unzähligen Anfragen an mich persönlich über 250 Beschwerden dazu eingegangen. Viele der Anwender inkl. mir haben sich daraufhin vertrauensvoll an das Supportteam gewandt. Doch dort wurden wir alle mit vorgefertigten Antworten abgefertigt. In den Antwortmails des Supporten wurde in keiner Weise auf unsere Anfragen eingegangen. Ein Beispiel dazu finden sie ebenfalls in meinem Blog.
Beitrags URL: http://www.programmende.de/j12
Veröffentlichung: http://www.programmende.de/vz
Ich bitte Sie daher nun in dieser offenen Mail, Stellung zu dem leidigen Thema Kurzurlaub zu nehmen und uns, den Benutzern, die für den Umsatz der VZnet Netzwerke Ltd. mitverantwortlich sind, aufzuklären, wieso und nach welchen Kriterien Profile in den Kurzurlaub geschickt werden.
Bitte teilen Sie uns mit
- welche Kriterien herangezogen werden, um ein Profil in den Kurzurlaub zu schicken
- wie lange der Kurzurlaub dauert und wie sich die Dauer des Kurzurlaubes berechnet
- was man dagegen tun kann, um den Kurzurlaub zu vermeiden
- wieso es überhaupt zum Kurzurlaub kommt bzw. welcher Sinn dahinter steckt
Vielen Dank für Ihre zeitnahe, ausführliche Antwort schon mal im Voraus.
PS: Das senden einer Empfangsbestätigung halte ich für selbstverständlich.
–
Mit freundlichem Gruß / Best Regardes / Pozdrawiam
Lesebestätigung
Gelesen: Anfrage zum Kurzurlaub
info [info@vz.net]
Ihre Nachricht wurde gelesen um Donnerstag, 24. Juni 2010 10:20:19 (GMT+01:00) Amsterdam, Berlin, Bern, Rom, Stockholm, Wien.
Die Antwort Do 24.06.2010 18:02
Sehr geehrter Herr Zörkler,
vielen Dank für Ihre offene E-Mail. Natürlich möchte ich Ihre Fragen auch im Interesse der Leser Ihres Blogs gerne beantworten.
Als Betreiber von Deutschlands größtem sozialem Netzwerk haben wir die Verantwortung, die Datensicherheit der rund 17 Millionen Mitglieder von schülerVZ, studiVZ und meinVZ bestmöglich zu gewährleisten. Dieser Verantwortung werden wir durch ein umfangreiches Sicherheitspaket gerecht, das aus diversen Sicherheitsfeatures besteht. Der sogenannte „Kurzurlaub“ ist eines dieser Features.
Hinter dem Namen „Kurzurlaub“ verbirgt sich ein Seitenzugriffslimit, mit dem wir effektiv verhindern, dass frei einsehbare Profildaten maschinell, also mithilfe eines Crawlers, ausgelesen werden können. Erzeugt ein Nutzer eine sehr hohe Anzahl an Klicks, wird dieser für zunächst 24 Stunden in den „Kurzurlaub“ geschickt. Die dafür nötige Anzahl an Klicks ist so hoch angesetzt, dass sie bei einer normalen Nutzung nie erreicht werden sollte. Dabei werden die Klicks nicht nur gezählt. Es kommt auch darauf an, wann über welchen Kanal auf welche Informationen zugegriffen wird.
Wenn man Skripte oder zusätzliche Programme verwendet, sollte man diese deinstallieren und nach dem nächsten Login überprüfen, ob man erneut das Limit erreicht hat. Das betrifft zum Beispiel Greasemonkey-Skripte, die von einem externen Anbieter speziell für die Nutzung der VZ-Netzwerke erstellt wurden, und die unter unseren Mitgliedern eine der häufigsten Ursachen für den Kurzurlaub sind. Diese Skripte verursachen im Hintergrund sehr viele Anfragen innerhalb kürzester Zeit und können somit dazu beitragen, dass man in den Kurzurlaub geschickt wird.
Wenn VZ-Nutzer auch ohne solche Skripte wiederholt in den „Kurzurlaub“ geschickt werden, kann das folgende Gründe haben:
• Das Profil wird unbemerkt von Anderen mitbenutzt. Hier empfiehlt sich, die Loginzeiten im VZ unter „Mein Account“ zu überprüfen und ggfs. das Passwort zu ändern
• Es liegt ein technischer Fehler auf unserer Seite vor. In diesem Fall möchten wir die Nutzer bitten, sich an hilfe@schuelervz.net (bzw. hilfe@studivz.net, hilfe@meinvz.net) zu wenden und die Situation so genau wie möglich zu beschreiben.
Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass das Sicherheitsfeature „Kurzurlaub“ entwickelt wurde, um die öffentlich sichtbaren Daten der Nutzer zu schützen. Wir beabsichtigen keinesfalls, die Nutzung der VZ-Netzwerke zu erschweren. Wir möchten vielmehr, dass schülerVZ, studiVZ und meinVZ weiterhin attraktiv sind und auch zukünftig gerne und intensiv genutzt werden. Dennoch ist es auch unsere Pflicht, die Daten unserer Nutzer bestmöglich zu schützen.
Ich hoffe, mit diesen Ausführungen zum besseren Verständnis des Sicherheitsfeatures beigetragen zu haben, und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Dirk Hensen
Die Gegenfrage Do 24.06.2010 18:45
Sehr geehrter Herr Hensen,
zuerst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich denke, diese wird für mehr Transparenz bei den Anwendern sorgen.
Dennoch drängt sich mir noch eine Frage auf: wieso lässt man die Benutzer nicht selbst entscheiden, ob sie dieses Sicherheitsfeature in Anspruch nehmen wollen oder nicht? Anhand der vielen Anfragen und Blogkommentaren lässt sich ablesen, das viele Anwender damit nicht einverstanden sind.
Dies geht sogar so weit, dass es seit April diesen Jahres eine Onlinepetition gegen den Kurzurlaub mit mittlerweile über 200 Unterschriften gibt.
http://www.ipetitions.com/petition/kurzurlaub/
Auch eine schöne und Kreative Protestaktion gegen den Kurzurlaub ist folgendes Video auf YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=3GrknKrj6g0
Die dazugehörige Gruppe in VZ-Netzwerk verzeichnet mittlerweile ebenfalls hohe Teilnehmerzahle von über 1000 Benutzern.
http://www.meinvz.net/Groups/Overview/c2b1dcb6cf1b73f1
Dies alles sind eindeutige Zeichen dafür, das eine nicht ganz unerhebliche Anzahl von Anwendern mit dem Kurzurlaub nicht einverstanden sind. Ich gehe mal davon aus, das es für die Entwickler des Netzwerkes kein großes Problem darstellen wird, eine solche Auswahlmöglichkeit in die Software zu implementieren.
Es steht ganz außer Frage, dass dieses Sicherheitsfeature absolut effektiv und wirksam ist. Aber Sicherheit in allen Ehren, dennoch sollten auch hier Grenzen definiert werden. Ich und sicher viele andere heißen es nicht für gut, das Ihre Onlineaktivitäten durch die Betreiber der Plattformen kontrolliert und limitiert werden.
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Mit freundlichem Gruß / Best Regardes / Pozdrawiam
Da ich auf meine letzte Anfrage bei der VZNetzwerke ltd. leider noch keine Antwort erhalten habe, habe ich erneut eine Anfrage an den Leiter Kommunikation verfasst.
Der erneute Versuch Mi 14.07.2010 11:11
Sehr geehrter Herr Hensen,
leider hat mich bis heute noch keinerlei Rückantwort von Ihrer Person oder einer Ihrer Kollegen erreicht. Ich hoffe, sie sind über meine letzte Mail nicht verärgert.
Bitte betrachten Sie meine veröffentlichte Konversation mit Ihnen als einen Interessenverbund vieler Nutzer, welche sich für die Netzwerke der VZNetzwerke Ltd. interessieren und sich als Aufmerksam beweisen in Bezug auf Fehlermeldungen, Verbesserungsvorschlägen etc. Betrachten Sie dies ebenfalls als Chance, Ihre Angebote (durch uns) stetig verbessern zu können. Schließlich sind wir, diejenigen, die Ihr Werk benutzen und die, die dazu beitragen, dass die VZ-Netzwerke immer beliebter und populärer wird.
Nobody is perfect und Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Laut verschiedenen Quellen gehören die Communities der VZNetzwerke Ltd. zu den am häufigsten besuchten Webseiten im WorldWideWeb – Es wäre traurig, wenn die Betreiber wegen einer solch kleinen Missstimmigkeit bzgl. des Kurzurlaubes einen unkooperativen Eindruck aufkommen lassen würden.
„Wir“ wollen Sie nicht ärgern.
Höchstens kritisieren um die VZ-Netzwerke künftig durch den Fleiß Ihrer Kollegen noch attraktiver zu gestalten. Deshalb bitte ich Sie, stehen Sie zur Stellungnahme bereit und geben Sie uns die Chance, Ihnen unsere Hilfe anzubieten. Wenn auch in etwas unnatürlicher Art und Weise.
Ohne konstruktive Kritik – kein „besser werden“.
In diesem Sinne und in Hoffnung auf Antwort:
Christian Zörkler sowie alle weiteren Interessierten, Fans und (freien) Unterstützer von und für die VZ-Netzwerke.
Und eine weitere Anfrage via Twitter Mi 04.08.2010 22:13
Chrizzzzly 10:13pm via HootSuite @VZ_Netzwerke Ich bitte um weitere Stellungnahme: http://www.programmende.de/vz